MeterWorks Tonspektrum — hochfrequente Töne sichtbar machen und protokollieren
in vorbereitung · noch kein app-store-link
MeterWorks Tonspektrum macht Töne sichtbar, die man hört, aber nicht einordnen kann — vom tiefen Brummton bis zum hochfrequenten Pfeifton an der oberen Hörgrenze. Die App misst über das Mikrofon des Geräts, zeigt das Spektrum live, protokolliert selbstständig, wann ein markiertes Frequenzband auffällig wird, und exportiert das Ergebnis als PDF. Die App ist fertig gebaut und auf einem echten iPhone getestet, aber noch nicht im App Store veröffentlicht: Store-Eintrag, Kaufanbindung und Einreichung fehlen. Diese Seite beschreibt, was die App tut — nicht, was heute schon zu kaufen ist.


Der Fall, für den es bisher keine App gab
In einem deutschen Mac-Forum steht der Fall, der diese App ausgelöst hat. Jemand hört zu Hause einen hochfrequenten Ton — ein Fiepen, ein Pfeifton —, die Kinder hören ihn deutlich, die Erwachsenen im Haushalt kaum oder gar nicht. Verdacht: ein Bewegungsmelder mit Pfeifton, ein Ultraschall-Vertreiber gegen Katzen oder Marder („Katzenschreck“, „Marderschreck“) irgendwo in der Nachbarschaft. Gesucht wurde eine App, die protokolliert, wann der Ton auftritt. Die Antwort der Community: gibt es nicht — 24 Stunden roh mitschneiden und die Aufnahme hinterher von Hand durchsuchen.
Genau dafür ist Tonspektrum gebaut. Man markiert das Frequenzband, in dem der Ton liegt, lässt die Messung laufen, und die App legt selbst eine Ereignisliste an: wann der Ton kam, wie lange er anlag, wie weit er über dem Untergrund lag.
Dazu gehört sofort die unbequeme Hälfte. Das eingebaute Mikrofon tastet mit 48 kHz ab, damit endet der messbare Bereich bei 24 kHz. Echter Ultraschall darüber ist für kein iPhone sichtbar — auch keine App, die das behauptet, sieht ihn. Der Bewegungsmelder-Fall trägt trotzdem: „Kinder hören ihn, Erwachsene nicht“ heißt per Definition hörbar, also unter etwa 20 kHz — und damit mitten im messbaren Fenster. Umgekehrt gilt genauso klar: Ein Wächter, der nichts findet, ist kein Beweis, dass nichts sendet. Die App sagt das an der Stelle, an der man ein Band ab 20 kHz anlegt.
Live-Spektrum, Ruhe-Referenzen und ein Selbsttest
Das Live-Spektrum läuft linear oder logarithmisch, als Linie, als Wasserfall oder als beides übereinander. Zoom-Presets für Tief, Mitte und Hoch springen in den Bereich, um den es gerade geht — Brummton unten, Pfeifton oben. Der stärkste Peak steht als Zahl da, immer zusammen mit der Auflösung, mit der er bestimmt wurde: Ein Peak wird nie feiner gezeichnet, als die Messung ihn kennt.
Ruhe-Referenzen halten den Bandgrund eines Ortes fest — „Küche nachts“, „Garten“ — und legen ihn als Overlay über die Live-Messung. Damit sieht man nicht nur, wie laut ein Band gerade ist, sondern wie weit es über dem liegt, was dort sonst normal ist.
Der Selbsttest „Was kann dein iPhone?“ beantwortet die Frage, die vor allen anderen kommt: Sieht dieses Gerät den fraglichen Bereich überhaupt? Er zeigt den aktiven Mikrofonmodus, die Abtastrate, das höchste Band, aus dem noch eine Antwort kommt, und ein Bandgitter mit dem Abstand zum Median-Rauschgrund je Band.
Band-Wächter, A/B-Vergleich und Rundgang
Der Band-Wächter ist der Kern. Ein oder mehrere Frequenzbänder werden markiert — es gibt Presets für Hochton und für Brummton, freie Bänder gehen auch —, und die App meldet selbstständig jedes Ereignis in diesem Band, mit Startzeit, Dauer und Pegelabstand zum Untergrund. Vor dem ersten Ereignis lernt der Wächter den Untergrund; während dieses Warmlaufs entstehen keine Ereignisse, damit der Einschaltmoment nicht als Vorfall im Protokoll landet. Erkennungsprofile stellen ein, wie schnell er reagiert: schnell für kurze Pieptöne, träge für Brummtöne, die erst ab einer Mindestdauer als solche gelten und deren kurze Lücken überbrückt werden.
Jedes Ereignis wird eingeordnet: Dauerton, sporadisch oder pegelstabil. Das ist die Information, die im Gespräch zählt — ein Gerät, das alle paar Minuten für Sekunden anspringt, sieht anders aus als ein Trafo, der durchläuft.
Für die Frage „was ist das überhaupt?“ gibt es den A/B-Vergleich: eine Momentaufnahme mit eingeschaltetem Gerät, eine mit ausgeschaltetem. Die Differenz zeigt, welcher Teil des Spektrums zum Gerät gehörte. Die App rät nicht, sie zeigt den Unterschied.
Für die Frage „wo kommt es her?“ gibt es den Rundgang: mit laufender Messung um die vermutete Quelle herumgehen. Die App setzt nummerierte Punkte auf eine Karte und hält fest, wo das beobachtete Band lauter war; bestätigte Dauertöne sind gesondert markiert. Damit kreist man eine Quelle ein. Geortet wird sie nicht — das ist ein Pegelvergleich entlang eines Wegs, keine Peilung.
Am Ende steht das Protokoll-PDF: Zeitraum, Gerät, Abtastrate, Auflösung, Ereignistabelle, Bandpegelverlauf, dazu ein Absatz zu Methodik und Grenzen. Der CSV-Export kommt dreiteilig — Peak-Tabelle, Bandpegel-Zeitreihen, dezimierte Spektrogramm-Matrix. Der Rundgang bekommt einen eigenen Bericht mit Kartenausschnitt; genaue Koordinaten stehen nur darin, wenn man sie ausdrücklich einschaltet, ab Werk sind sie aus.
Ehrliche Grenzen
Die 24-kHz-Wand ist keine Schwäche dieser App, sondern Physik: 48 kHz Abtastrate bedeuten 24 kHz Obergrenze, darüber ist nichts — nicht schwach, sondern nicht vorhanden. Ein externes Mikrofon mit höherer Abtastrate wird übernommen, ist von uns aber nicht getestet und ausdrücklich kein Kaufgrund. Bluetooth-Headsets lehnt die App ab: Deren Sprachverbindung endet bei rund 8 kHz und würde genau den Bereich abschneiden, um den es hier geht.
Ein absoluter dB-Wert ist ohne Kalibrierung wenig wert; ein unkalibriertes Telefonmikrofon weicht im Hochtonbereich spürbar ab. Belastbar ist der Vergleich im selben Band über die Zeit — „+31 dB über dem Untergrund“ —, nicht die absolute Zahl und auch nicht der Vergleich zwischen zwei Bändern.
Gespeichert wird bewusst wenig: 82 Bänder im 1/8-Oktav-Raster, alle 0,25 Sekunden als Maximum, dazu der Peak-Verlauf. Nie der Rohton, nie das feinaufgelöste Spektrum — aus dem ließe sich Sprache zurückrechnen, und dann wäre „keine Audiodaten“ eine Lüge. Alles bleibt auf dem Gerät: kein Account, keine Cloud, keine Übertragung.
Und der Satz, der über allem steht: Tonspektrum dokumentiert, es urteilt nicht. Keine geeichte Messung, nichts Gerichtsfestes — ein sauberes Protokoll mit offen benannter Methodik und offen benannten Grenzen.
Für wen
Für Menschen, die einen Pfeifton oder ein Fiepen hören, das andere im Haushalt nicht hören, und wissen wollen, wann er auftritt und woher er kommt. Für den Verdacht auf einen Ultraschall-Vertreiber gegen Katzen oder Marder beim Nachbarn, den man vor dem Gespräch belegen möchte. Für Brummtöne aus Technikräumen, von Trafos oder Wärmepumpen. Und für alle, die schlicht einen ordentlichen Spektrumanalysator mit Wasserfall auf dem iPhone wollen.
Kernfunktionen im Überblick
- Live-Spektrum linear oder logarithmisch, als Linie, Wasserfall oder beides
- Peak-Anzeige mit Frequenz und der Auflösung, mit der sie bestimmt wurde
- Ruhe-Referenzen je Ort, als Overlay über die Live-Messung
- Selbsttest „Was kann dein iPhone?“: Mikrofonmodus, Abtastrate, höchstes antwortendes Band
- Band-Wächter mit Presets Hochton und Brummton, automatische Ereignisse, Profile schnell/träge
- Klassifikation der Ereignisse als Dauerton, sporadisch oder pegelstabil
- A/B-Vergleich Gerät an gegen Gerät aus, GPS-Rundgang zum Einkreisen einer Quelle
- Protokoll-PDF und dreiteiliger CSV-Export, keine Audiodaten, alles auf dem Gerät
MeterWorks Tonspektrum ist kein geeichtes Messgerät und nicht für sicherheitsrelevante, arbeitsschutzrechtliche oder gerichtsfeste Zwecke geeignet. Die App ist gebaut und auf einem echten Gerät getestet, aber noch nicht im App Store erhältlich — ein Preis ist damit auch noch keiner.
Digitalbucht ist das Einzelunternehmen von Emil Deak aus Wülfrath. Kein Team, keine Agentur, keine Zwischenschicht.
Daten und Datenschutz
Die App nutzt das Mikrofon, für den Rundgang zusätzlich den Standort — und den nur während einer laufenden Messung, nicht im Hintergrund. Gespeichert werden ausschließlich bandaggregierte Pegelwerte und der Peak-Verlauf, niemals Tonaufnahmen. Alles wird lokal verarbeitet und lokal gespeichert, Export und Teilen erfolgen nur auf eigene Aktion. Keine Werbung, kein Tracking, kein Account. Vollständige Nutzungsbedingungen und Datenschutzerklärung für alle Apps: Apps: Nutzung & Datenschutz.
Weiter: MeterWorks Schallpegel, MeterWorks Vibrometer und MeterWorks Teslameter — die drei bereits veröffentlichten Messgeräte-Apps. Oder: alle Apps im Überblick.
Stand: august 2026
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